Moment mal…

August 18, 2008

Der erste Gedanke heute Morgen lautete Wortgetreu bei Weckerklingeln:
„häh?, moment mal, ich bin doch gerade erst ins Bett gegangen?!“

Nun ja, ich musste mir Nachts noch unbedingt Chickenwings braten und da ich immer meinen Wecker abdecke um bloß nicht zu wissen wie spät es schon ist, war es vielleicht schon 4 Uhr Morgens.

Ich befinde mich also immer noch in der verdauenden Tiefschlafphase.
Zwei Wochen noch, dann kann ich mit dem Student-Sein weiter machen. Yay! Chickenwings um 4Uhr Morgens und ausschlafen ohne Reue, so stelle ich mir das Leben vor.

Einen schönen Tag!

Das wollte ich immer schon mal sagen.

Heute mal kein lustiges Bild.

Die Prokrastination scheint sich in meinem Freundeskreis zu einem weit verbreiteten Trend ausgewachsen zu haben. Sehr stark bemerkbar macht sich dies ihm Rahmen von bald endenden und beginnenden Studiensemestern und-oder Beziehungen. Man drückt sich wo’s nur geht, um letztendlich festzustellen, dass man eine Menge Energie gespart hätte, wenn man das Problem nicht weitläufig umgangen wäre. Also fängt man an sich Listen zu machen, mit den Dingen die noch unbedingt zu erledigen wären und findet sich drei Stunden später dabei wieder, wie man vor zwei Stunden und Neununfünfzig Minuten damit begonnen hat sich Zufällseinträge bei Wikipedia anzusehen und nun bei einem Eintrag über Mischerbeschickung festhängt.

Dabei handelt es sich übrigens die automatische Zulieferung von Grundstoffen für industrielle Misch-, Knet- und Rührprozesse.

Die nächste Maßnahme wäre dann, den Menschen aus dem Weg zu gehen die dich auf die akute Problemstellung ansprechen könnten. Das alles mit der Begründung Ruhe zu brauchen, damit man nachdenken oder arbeiten kann. Falls man dennoch jemanden trifft der bescheid weiß, verstrickt man sich in argumentativem Unsinn, um sich nicht sich selbst stellen zu müssen. So kann die Schuld für den Verzug oft im Wetter gefunden werden, oder in einer latenten neu entdeckten Soziophobie, oder schlicht in den Eltern, die nicht dazu in der Lage waren dir beizubringen, wie man mit Konfliktsituationen umzugehen hat. Natürlich kann sich diese Methode zu einer handfesten, immer weiter wachsenden Angst entwickeln und ich bin sicher, es gibt einige Menschen wo ein „reiß dich zusammen“ nur noch weiteren Druck ausübt und das Prokrastinieren verschlimmert.

Trotzdem, die meisten von uns sind einfach nur Angsthasen. Wir rennen monatelang mit Unklarheiten im Bauch herum, lassen uns von gelegentlichen Adrenalinschauern vom  Schlafen abhalten, sortieren die Kronkorkensammlung unseres Mitbewohners und schreiben Blogeinträge um uns von dem abzulenken, was unser Problem darstellt.

Und so oft stellt das Wegschieben von Problemen dann das eigentliche Problem dar und wir verlieren aus den Augen, dass es gar nicht mehr darum geht dass wir nichts gebacken bekommen sondern dass es eine Ursache gibt. Meine Vorhaben zumindest, nun nicht mehr zu prokrastinieren und wegzurennen sobald es kompliziert wird, versuche ich aktiv umzusetzen und halte erfolgreich die Balance zwischen krankhafter Fairness, Klärungswahn, meiner Angst vor der Angst eh immer alles in den Sand zu setzen und deswegen lieber gar nichts zu tun. Und bei emotionalem gibt es dann ja noch den lustigen allseits bekannten Kampf  zwischen „Mache ich zu viel? Oder doch zu wenig?“…Also doch lieber gar nichts?

Wo war ich?…

Ach ja: die Akazienratte, wissenschaftlicher Name: Thallomys paedulcus) ist übrigens eine vor allem im südöstlichen Afrika vorkommende Rattenart. Ihren Namen hat sie vom Akazienbaum, auf dem hauptsächlich sie lebt.

 *klick*

 

Erfüllte Wunschträume

Juni 11, 2007

Vor etwa einer Stunde gaben mir meine Eierstöcke den unmissverständlichen Befehl Erdbeerkuchen und Vanillepudding zu kaufen und zu essen. Nachdem ich mich erst hartnäckig gegen diese hormongesteuerte Fremdentstehung ungewöhnlicher Gelüste geweigert hatte, zog ich mir die Kapuze über die seltsame zu-Hause-Frisur und fuhr zum Real. Das allertollste an dieser sonst eher Pointen und Kurvenarmen Erzählung ist nämlich, dass ich vor der Backabteilung beinahe vor Glück anfing zu weinen, als ich einen Erdbeerkuchen MIT Vanillepudding darin entdeckte.

Also wenn das nicht Emo ist.

Abi 2007

Juni 5, 2007

Seit gestern bin ich nahezu Abiturient. Nahezu weil ich ‘nur’ Fachabitur gemacht habe. Und ganz offiziell ist es auch erst am 14., dann bekomme ich feierlich das Zeugnis überreicht. Juhu. Dieses Schuljahr war sowohl lehrreich als auch schrecklich ermüdend. Lehrreich auch eher was die Vorhergehensweise von Lehrkräften angeht, als auf den Inhalt bezogen.

Was habe ich mich aufgeregt, und hell yeah!, das kann ich gut.

„Moment“, denken sich sicherlich einige, „die Frau ist doch mindestens schon 30!“ „Ja!“ sag ich dann, und fuchtele ein bißchen umher, weil ich noch zwei Jahre Zeit habe, aber es ja auf’s gleiche hinausläuft. Das war nämlich meine Endgrenze, die 30. Bis dahin wollte ich wenigstens ein Studium angefangen haben. Und so wird es sein. So habe ich mich, entgegen meiner bisher eher grafisch orientierten Karriere, dazu entschieden, Soziale Arbeit zu studieren. Öfter mal was Neues. Auch ersichtlich aus meinem sich bisher im Zick-Zack zu lesenden Lebenslaufes.

Aber inzwischen fühle ich mich damit völlig Okay. Vor zwei Jahren noch war es mir unsäglich peinlich, dass ich bisher „nichts gebacken“ bekommen habe. Nur Fachoberschulreife! (ich habe ja auch meinen Realschulabschluss auf dem zweiten Bildungsweg gemacht, aber das ist eine andere Geschichte) Schließlich war ich häufiger Arbeitslos, weil ich mir mit Mediengestalterin einen ziemlich hochfrequentierten Ausbildungsberuf ausgesucht hatte und genau in eine Ausbildungsreform hineingeschlittert war. Den Firmen war es kaum möglich nur anhand der Ausbildungsbescheinigung, die damit verbundene Qualifikation zu erkennen. Weil ja alle Jugendlichen bitte bitte eine Ausbildung bekommen sollten, durfte plötzlich jeder Metzger der seine Verkaufsschilder selbst herstellt, Mediengestalter ausbilden. Dennoch hatte ich Glück, die Werbeagentur in die ich kam war super. Und so war ich vermutlich auch ausreichend qualifiziert als ich das ganze abgeschlossen hatte. Leider brachte das nicht den gewünschten Erfolg, denn die Agenturen konnten sich zwischen Millionen gestrandeter Mediengestalter und studierter Grafiker, herauspicken wen sie denn gerne in ihren Reihen haben wollten. Das Ergebnis des Ganzen waren ganz schrecklich viele hochqualifizierte Arbeitslose; das nenne ich mal eine erfolgreiche Reform.

Wie dem auch sei, bei meiner Bildungs-Odyssee in der ich auf diverse inkompetente Quarknasen verschiedenster Stellen geraten bin, wurde schnell eines deutlich. „Einfach gibt’s nicht“ In meiner grenzenlosen Naivität, ging ich davon aus, dass es kein Problem darstellen würde sein Abitur nun auf dem zweiten Bildungsweg zu machen. HAH!

Für Version 1. war ich zu jung.
Für Version 2. zu alt.
Für Version 3. zu ausgebildet.
Für Version 4. war ich zu Arbeitslos.
Für Version 5. war ich zu arm.

Und für Version 6. war ich dann irgendwann zu frustriert.

Nun aber, mit 28, fast Abitur und einer Menge sozialkritischer Frustration im Gepäck, fühle ich endlich so als hätte ich noch eine kleine Stufe geschafft und der Dämon des ewigen Loser-Images würde vielleicht endlich etwas von mir weichen.

Trotzdem verbrachte ich den gestrigen Tag damit, mich darüber aufzuregen, dass durch die Doppelgewichtung willkürlicher Hauptfächer (in meinem Fall vor allem Mathe) ich nun nicht mehr Jahrgangsbeste, sondern nur zweitbeste bin. Erstes hätte mir ein kleines Stipendium gesichert, womit ich vielleicht die Studiengebühren hätte bezahlen können. Ich weiß aber auch, dass es sich nicht lohnt sich darüber aufzuregen, dass ausgerechnet die beiden Fächer in denen ich zufällig keine 1 habe, plötzlich doppelt gezählt werden. So komme ich von einem grandiosen NC von 1,2 auf eine weniger grandiose 1,42…und damit bin ich aus dem Spiel. (natürlich reg ich mich auf, aber ich weiß ja was sich gehört) Gäbe es die Doppelgewichtung nicht, hätten die zu Recht und verdienterweise Jahrgangsbeste und ich, den gleichen Durchschnitt.

Aber sich über verpasste Chancen aufregen ist auch gleichzeitig absurd, denn das habe ich schon viel zu lange gemacht. Und da kämpfe ich gerade mit mir, laufe in meinem Kopf auf und ab und summe Beruhigungs-Mantras, weil es mich natürlich stört, dass so eine seltsame Regelung dazu führt, dass alle anderen Hauptfächer die wir weniger als drei Doppelstunden in der Woche hatten, dort nicht mit einfließen.

Denn ich könnte wirklich ein Stipendium oder eine Unterstützung gebrauchen.

Jetzt aber erstmal alles abschütteln, weitermachen und nicht herumflennen…weil man muss ja voran kommen und sich nicht aufhalten lassen um irgendwann mal dort anzukommen wo man hin möchte (MACHENMACHENMACHEN!1!!).

Und wenn ich mir dazu Unmengen von Geld leihen muss, dann soll das eben so sein. Und ganz vielleicht schaffe ich es auch, ein bißchen stolz auf mich zu sein, weil ich ja letztendlich doch ziemlich gute Leistung gebracht habe, auf meine alten Tage.

Wenn da nicht mein perfektionistischer Ehrgeiz wäre.

Aber ein bißchen traurig bin ich schon. Denn ich mag keine Willkürlichkeiten. Denn der Satz der mich als Kind schon mit verlässlicher Sicherheit in einen Wutanfall katapultierte war: „weil das eben so ist!“ Das ganze Programm, mit auf der Stelle herumtrampeln und meine Stimmbänder bis zu ihren Grenzen ausreizen.

Sehr langsam gewöhne ich mich daran. Ich trampele auch nicht mehr auf der Stelle und schreie meine Mitmenschen zu Brei, was schon ein kleiner Fortschritt ist.

Ich arbeite daran.

Just in diesem Moment, befinden sich deliziöse Hähnchenschenkel in selbstkredenzter Marinade im Backofen. Was den Vegetariern unter euch selbst in gelesener Form übel aufstoßen mag, löst in mir einen HomerSimpsonesken Sabberreflex aus.

„Mmh, Donuts“

Ich koche ja viel, habe ich immer schon. Je nach monatlichem Einkommen mal pompöser, oder so wie im Moment, eher weniger Pompös. Leider hatte das auch zur Folge dass ich einst einmal sehr sehr viele Kilos auf die Waage brachte, denn ich kochte nicht nur viel, nein, ich aß auch viel. Ohneweiteres war es für mich möglich die Hälfte eines kompletten Auflaufs in mich hinein zu stopfen, während die andere Hälfte für drei weitere Personen reichte.

Aber kochen ist ja auch so meditativ! Und Essen erstrecht! Zumindest kenne ich keine Tätigkeit die dazu in der Lage ist sämtliche Alltagssorgen völlig zu verdrängen. Außer Sex natürlich. Wenn er gut ist. Manchmal.

Genau so groß finde ich, kann aber auch die Enttäuschung beim Essen sein. Sitze ich in einem Restaurant und bestelle was, und das Gebrachte entspricht nicht meinen Vorstellungen, fange ich an zu motzen. Nicht das ich sowieso bei ganz schön vielen Dingen anfange zu motzen, aber wenn es um Essen geht, bin ich nicht mehr zu halten. Ich fange übrigens auch an zu motzen wenn ich Hunger habe und nichts geeignetes zu Essen in der Nähe ist. Denn das muss dann auch GENAU das sein, worauf ich Lust habe. Meine Nahrungsmittelwünsche sind meist sehr detailliert. Alles andere esse ich dann nicht…bin aber zumindest aktiv schlecht gelaunt wenn ich es nicht bekomme. Was unterhaltsam sein kann.

Letztes Jahr im Januar wollte ich dann aber nicht mehr so viel essen, der Zeiger meiner Waage fing jeden Morgen an zu winseln und zu fiepen wenn ich mich dazu entschloss mich mal wieder zu wiegen. Irgendwann winselte ich auch, schließlich hatte ich in vier Jahren fast 30Kilo zugenommen. Schleichend jeden Monat ein paar Gramm. Aber es schmeckte doch auch so wunderbar! Und während man kocht, dann kann man sich auf etwas freuen.

Also habe ich Genussmensch, dem gutes Essen und fettiges Leckeres Essen so wichtig ist, fast eineinhalb Jahre lang Diät gemacht. Ich hätte die Belly off Runden locker gerockt, denn inzwischen wiege ich tatsächlich weniger als das vorher der Fall war.

Leider ist es nun auch so, dass ich eben nur noch einen Hähnchenschenkel essen werde, immer aufpasse dass ich nicht zu viel esse und sowieso täglich wiege, weil ich nie wieder so Dick sein möchte und mich an mein neues defintitiv attraktiveres Ich, gewöhnt habe. Und genau dann, fange ich wieder an zu überlegen, woher es denn eigentlich kommt, dass Menschen immer schlank zu sein haben. Was die äußeren Einflüsse angeht, ist mir das schon klar…aber wieso hat sich solch ein Schönheitsideal durchgesetzt und hält sich nun schon so lange? Sogar ich finde es schöner, und ich sollte als politisch und sozial korrekte Frau ja auch sagen müssen „ach, so ein Bauch ist doch auch was schönes“

Sag ich aber nicht, weil ich es nicht schön finde. Und ein bißchen schäme ich mich manchmal dafür, aber letztendlich bin ich doch so Oberflächlich und muss zugeben, dass ich nicht gerne einen Partner hätte der übergewichtig ist. Wobei mollige Frauen durchaus hübsch sein können, nur leider mag ich Männer lieber was meine Fortpflanzungsfunktionen und amouröse Tendenzen angeht. Wahrscheinlich aber sollte ich einfach die Klappe halten und darauf warten, dass ich wieder dick werde, das kommt sicher früher oder später wieder. Denn dann bin ich wahrscheinlich froh, wenn nicht alle so eine Oberflächlichkeit an den Tag legen und mich um meiner Person Willen lieben können.

Ich gehe jetzt Essen. Ganz was leckeres.

Ich freu mich total

Mai 30, 2007

Mein groß angekündigtes Vorhaben war zwei Stunden später erledigt. Nach allergischer Reaktion auf die Nikotinpflaster, die mir übrigens nebenbei nicht mal ansatzweise die Entzugserscheinungen nahmen, habe ich doch geraucht. Meine schlechte Laune war dann wieder besser und gerade gucken konnte ich auch wieder. Ich bin ein Junkie. Wie erbärmlich.