Irrtümer.
Februar 12, 2009
Immer dann, wenn ich die Bedeutung des Lebens verstanden habe, wird sie verändert. Dazu gehört auch sich zu öffnen und zu schließen, Menschen in mein Herz zu lassen und wieder hinaus zu befördern. Offenbar bringt mir das Nachdenken abgesehen von einem Stahlbetonrücken und Atemproblemen nichts weiter. Und wenn man dann mal einen Spalt aufgemacht hat, kann eben auch Gift hinein. Ich lasse das Glas erstmal zu.
Alles neu macht der… März
Februar 29, 2008
So nun sitze ich hier in meiner nahezu blank geräumten alten Wohnung und schreibe auf meinem improvisierten Schreibtisch den letzten Blogeintrag in der Turnerstraße. Vermutlich ist es der Turnerstraße sogar ziemlich schnuppe was hier so abgeht, ich wollte sie dennoch in meinen Beschreibungen nicht außer acht lassen.
Dabei höre ich Musik die ich schon lange nicht mehr gehört habe und versuche mich an den Gedanken zu gewöhnen dass sich schon wieder alles verändert. Oder besser, dass sich seit dem letzten Jahren alles in Bewegung befindet und ich mich nicht mal um die eigene Achse drehen kann, ohne dass irgendetwas maßgebliches passiert.
Irgendwann bildete ich mir ein dass es Stabilität sei die ich anstrebe. Sicherheit, Geborgenheit, Stetigkeit. Aber dann wachte ich auf, nur um festzustellen, dass es all das gar nicht gibt. Zumindest noch nicht. Deswegen bin ich nun hier und versuche die Veränderung und den Wechsel zu umarmen, ihnen über den Kopf zu streichen und ihnen klar zu machen, dass sie ganz schön prima sind.
Wozu falsche Lebenskonzepte aufrecht erhalten, nur weil sie irgendwelchen Dogmen entsprechen, hm?
Langsam gewöhne ich mich daran eine Suchende zu sein und auch daran, dass ich eben nie finden werde wenn ich nicht aufstehe.
Und deswegen möchte ich hier feststellen, dass jeder Mist im Leben mich weiter gebracht hat. Immer wieder, mit Verlässlichkeit.
So viel Optimismus hätte ich mir am Tag vor meinem Umzug gar nicht zugetraut. Und auch wenn ich jetzt lieber jemandem beim Auflegen zugucken würde um mich im Rahmen dessen zu betrinken, stattdessen aber Geschirr aussortiere und mich ärgere dass mir alles weh tut, schicke ich ein paar positive Schwingungen in die Welt.
Prost! und Küsse.
Weltschmerz-Februar
Februar 2, 2008
Mein Mitbewohner hat zu Weihnachten einige Krachgegenstände geschenkt bekommen, unter anderem eine elektrische Zahnbürste und einen Elektrorasierer.
Jetzt fehlt noch ein motorisiertes Inhaliergerät, ein hydraulik-Duschspender und eine batteriebetriebene Klobürste damit sich seine Morgentoilette endgültig anhört wie Baustellenlärm. Abgesehen davon, wundere ich mich heute zum wiederholten Male darüber, dass wir immer zum gleichen Zeitpunkt aufstehen, er es aber immer schafft, vor mir an der Kaffeemaschine zu sein. Traurig bin ich aber trotzdem, dass wir ab dem 1.3. nicht mehr zusammen wohnen werden. Zwar sind meine zukünftigen Mitbewohner im Bielefelder Westen (mit hoher Wahrscheinlichkeit) ziemlich nett, aber wenn man mal drei Jahre mit jemandem zusammen gewohnt hat, fällt das schwer sich neu zu orientieren.
Zwischen Umzug, anstehenden Prüfungen, und Arbeit gibt es da noch das im Augenblick eher leidliche Privatleben, viel Nachdenken und Selbst-und Fremdanalysen bis zum Abwinken. Das nur angeschnitten, sonst verfalle ich in poetisches Selbstmitleid und das ist selbst für einen Weltschmerz-Empfänger wie mich zu viel. Aber ich bin ohnehin nah an der theatralischen Dramaturgie gebaut…das gilt es sich abzugewöhnen.
Heute Abend wird es eine SuperheldenMottoParty geben auf der ich auch zugegen sein werde. Dabei gilt es zu ignorieren, dass ich in kurzen blauen Shorts eher elefantig aussehe und von der Ambition eine mehr oder weniger sexy Superheldin zu sein, nur das rote Haarband übrig geblieben ist.
Leider habe ich sonst nichts schlaues zu erzählen. Es ist im Augenblick etwas leer in meinem Kopf und Körper. Aber das wird sich sicher wieder ändern.
Denn sie wissen nicht was sie tun
Januar 28, 2008

Das wollte ich immer schon mal sagen.
„ich bin voll Hardcore, Alter“ und Fuck Off, 2007.
August 7, 2007

„Ich bin voll Hardcore, Alter“
Irgendwer im Haus muss sich das vor zwei Stunden gedacht haben, als irgendeine generierte Hardcore/Emo Band irgendwas von zerstörten Beziehungen heulte. Allerdings in derart unsozialer Lautstärke, dass ich Kerzengrade im Bett stand. Und was mach ich? Ich setz mich an den Rechner und suche Coheed and Cambria, dreh voll auf, damit ich das nicht mehr hören muss und mich hier als die mit den dicksten Eiern im Haus abgrenzen kann.
Wenn hier einer Emo in unangebrachter Lautstärke hört, dann bin ich das.
Apropos Emo:
Semi, Semi, du schreibst ja garnichts mehr.
Ja, das liegt daran, dass zum Einen vieles gut, und zum Anderen vieles seltsam und Gutes überschattend ist. Bei meinem Versuch einen Blogeintrag zu schreiben, kam eben nur rührselig-selbstmitleidiger Schwulst heraus und da ich versuche meinen emotionalen Exbitionismus etwas in Grenzen zu halten…kommt dann so ein Beitrag heraus.
P.s.
Fuck off, 2007!
Und damit spreche ich nun auch für meine liebsten Freunde.
Dieses Jahr hat’s faustdick hinter den Ohren.
Naja, nicht ganz, die tollen Sachen die dieses Jahr passiert sind, dürfen bleiben.
Ein Eintrag übers Weglaufen
Juli 19, 2007
Heute mal kein lustiges Bild.
Die Prokrastination scheint sich in meinem Freundeskreis zu einem weit verbreiteten Trend ausgewachsen zu haben. Sehr stark bemerkbar macht sich dies ihm Rahmen von bald endenden und beginnenden Studiensemestern und-oder Beziehungen. Man drückt sich wo’s nur geht, um letztendlich festzustellen, dass man eine Menge Energie gespart hätte, wenn man das Problem nicht weitläufig umgangen wäre. Also fängt man an sich Listen zu machen, mit den Dingen die noch unbedingt zu erledigen wären und findet sich drei Stunden später dabei wieder, wie man vor zwei Stunden und Neununfünfzig Minuten damit begonnen hat sich Zufällseinträge bei Wikipedia anzusehen und nun bei einem Eintrag über Mischerbeschickung festhängt.
Dabei handelt es sich übrigens die automatische Zulieferung von Grundstoffen für industrielle Misch-, Knet- und Rührprozesse.
Die nächste Maßnahme wäre dann, den Menschen aus dem Weg zu gehen die dich auf die akute Problemstellung ansprechen könnten. Das alles mit der Begründung Ruhe zu brauchen, damit man nachdenken oder arbeiten kann. Falls man dennoch jemanden trifft der bescheid weiß, verstrickt man sich in argumentativem Unsinn, um sich nicht sich selbst stellen zu müssen. So kann die Schuld für den Verzug oft im Wetter gefunden werden, oder in einer latenten neu entdeckten Soziophobie, oder schlicht in den Eltern, die nicht dazu in der Lage waren dir beizubringen, wie man mit Konfliktsituationen umzugehen hat. Natürlich kann sich diese Methode zu einer handfesten, immer weiter wachsenden Angst entwickeln und ich bin sicher, es gibt einige Menschen wo ein „reiß dich zusammen“ nur noch weiteren Druck ausübt und das Prokrastinieren verschlimmert.
Trotzdem, die meisten von uns sind einfach nur Angsthasen. Wir rennen monatelang mit Unklarheiten im Bauch herum, lassen uns von gelegentlichen Adrenalinschauern vom Schlafen abhalten, sortieren die Kronkorkensammlung unseres Mitbewohners und schreiben Blogeinträge um uns von dem abzulenken, was unser Problem darstellt.
Und so oft stellt das Wegschieben von Problemen dann das eigentliche Problem dar und wir verlieren aus den Augen, dass es gar nicht mehr darum geht dass wir nichts gebacken bekommen sondern dass es eine Ursache gibt. Meine Vorhaben zumindest, nun nicht mehr zu prokrastinieren und wegzurennen sobald es kompliziert wird, versuche ich aktiv umzusetzen und halte erfolgreich die Balance zwischen krankhafter Fairness, Klärungswahn, meiner Angst vor der Angst eh immer alles in den Sand zu setzen und deswegen lieber gar nichts zu tun. Und bei emotionalem gibt es dann ja noch den lustigen allseits bekannten Kampf zwischen „Mache ich zu viel? Oder doch zu wenig?“…Also doch lieber gar nichts?
Wo war ich?…
Ach ja: die Akazienratte, wissenschaftlicher Name: Thallomys paedulcus) ist übrigens eine vor allem im südöstlichen Afrika vorkommende Rattenart. Ihren Namen hat sie vom Akazienbaum, auf dem hauptsächlich sie lebt.
*klick*
The hourglass
Juni 29, 2007
Nun habe ich wieder einen funktionierenden Fernsehempfang, schalte frohgemut den Fernseher an und was läuft? Popstars. Der erste Gedanke der sich mir dazu bildete war: „lief das nicht eben erst?“ und der zweite „scheiße, das ist schon wieder ein Jahr her!“
Während ich dort also saß und mehr oder minder talentlosen hupfdohlen beim schwadronieren zusah und mich dabei zum wiederholten und nicht enden wollenden Male fragte, wer denn so was sehen will, fing ich an über mein Zeitempfinden nachzudenken.
Erinnert ihr euch noch an die Dauer der Sommerferien, als ihr klein wart? Meist war das ja so: Entweder man hatte Glück und verbrachte die meiste Zeit der sich ewig ziehenden Sommerferien mit seinen Eltern in einer Ferienanlage in einem Teilstück Europas, oder bei seinen Großeltern auf dem Land, oder man hatte Pech, die Eltern kein Geld und man hing zu Hause herum, und malte Strichmännchen auf seine Tapete. Letzteres traf auf mich zu, zum Abschluss der Grundschule zumindest hatte ich eine beachtliche Strichmännchen-Kollektion auf meiner Ewok-Tapete.
So nervtötend vibrierend-nervös auch die Zeit war in der man auf die Sommerferien wartete, so zähflüssig waren die Ferien dann, als sie endlich kamen. Als ob man um ein Zeitlupen-Stundenglas tanzte und den Körnern beim Fallen zugucken konnte. Meilensteine meiner Kindheitserlebnisse spielten sich in den wiederkehrenden 6 Wochen des Ausharrens ab. Heute allerdings frage ich mich, wie das denn alles in dieser kurzen Zeit passieren konnte. Stellt man sich die Zeit in der man sich bewegt als Tunnel vor, so scheint sich dieser Tunnel mit zunehmendem Alter zu verjüngen. Spätestens wenn man das fünfundzwanzigste Lebensjahr erreicht hat, ist der Rangierradius innerhalb des Tunnels so klein, dass man kaum noch alles erledigen kann, bevor man zum nächsten Checkpoint kommt. Ich werde also von Jahr zu Jahr und von Popstarsstaffel zu Popstarsstaffel immer überraschter sein wie kurz die Abstände dazwischen werden, weil ich immer noch von kindlichem Zeitempfinden geprägt bin.
Heute male ich also keine Strichmännchen, sondern Space-Invaders auf meine Tapete, brauche aber dafür gefühlte vier Jahre, bevor ich einen davon fertig gestellt habe.
