Irrtümer.

Februar 12, 2009

Immer dann, wenn ich die Bedeutung des Lebens verstanden habe, wird sie verändert. Dazu gehört auch sich zu öffnen und zu schließen, Menschen in mein Herz zu lassen und wieder hinaus zu befördern. Offenbar bringt mir das Nachdenken abgesehen von einem Stahlbetonrücken und Atemproblemen nichts weiter. Und wenn man dann mal einen Spalt aufgemacht hat, kann eben auch Gift hinein. Ich lasse das Glas erstmal zu.

Hier, da Trallala.

Gerne würde ich nun ein verdammtnochmal großformatiges Bild malen. So eines auf dem man herumlaufen muss um in alle Ecken zu kommen. Allerdings habe ich hier nur allergieauslösenden Sesalteppich und keine Leinwand auf dem Boden.

Abgesehen von problematischer Kommunikation in Sachen Nahrungsmittelaufnahme mit meinem Mitbewohner, hatte ich keine Sozialkontakte. Könnte möglicherweise auch an meiner heutigen Neigung zu problematischer Kommunikation liegen. Es ist nämlich einer der Tage an denen ich mit gerunzelter Stirn vor anderen Menschen stehe und sie anstarre weil ich nicht verstehe was sie mir sagen wollen.

Oder ich schweige sehr nachdenklich, aber das hört man nicht am Telefon.

Es gibt Tage, da verstehe ich nur Musik.

Zirkel partII

August 1, 2008

Alles kehrt mit verlässlichkeit wieder. Beziehung, Trennung, Singlesein.

All die kurzen Lebensphasen in denen man sich komplett über das Dasein oder die Abwesenheit eines anderen Menschen definiert. Komisch nur,  dass man sich nie wirklich daran gewöhnt.

So nun sitze ich hier in meiner nahezu blank geräumten alten Wohnung und schreibe auf meinem improvisierten Schreibtisch den letzten Blogeintrag in der Turnerstraße. Vermutlich ist es der Turnerstraße sogar ziemlich schnuppe was hier so abgeht, ich wollte sie dennoch in meinen Beschreibungen nicht außer acht lassen.

Dabei höre ich Musik die ich schon lange nicht mehr gehört habe und versuche mich an den Gedanken zu gewöhnen dass sich schon wieder alles verändert.  Oder besser, dass sich seit dem letzten Jahren alles in Bewegung befindet und ich mich nicht mal um die eigene Achse drehen kann, ohne dass irgendetwas maßgebliches passiert.

Irgendwann bildete ich mir ein dass es Stabilität sei die ich anstrebe. Sicherheit, Geborgenheit, Stetigkeit. Aber dann wachte ich auf, nur um festzustellen, dass es all das gar nicht gibt.  Zumindest noch nicht.  Deswegen bin ich nun hier und versuche die Veränderung und den Wechsel zu umarmen, ihnen über den Kopf zu streichen und ihnen klar zu machen, dass sie ganz schön prima sind.

Wozu falsche Lebenskonzepte aufrecht erhalten, nur weil sie irgendwelchen Dogmen entsprechen, hm?

Langsam gewöhne ich mich daran eine Suchende zu sein und auch daran, dass ich eben nie finden werde wenn ich nicht aufstehe.

Und deswegen möchte ich hier feststellen, dass jeder Mist im Leben mich weiter gebracht hat. Immer wieder, mit Verlässlichkeit.

So viel Optimismus hätte ich mir am Tag vor meinem Umzug gar nicht zugetraut.  Und auch wenn ich jetzt lieber jemandem beim Auflegen zugucken würde um mich im Rahmen dessen zu betrinken, stattdessen aber Geschirr aussortiere und mich ärgere dass mir alles weh tut, schicke ich ein paar positive Schwingungen in die Welt.

Prost! und Küsse.

jaja

Januar 4, 2008

Zwar habe ich der Prokrastination bereits einen huldvollen Beitrag gewidmet der an dieser Stelle wieder sanft in meine Erinnerung rückt, aber die Wesenheit ebenselbiger ist es eben auch, immer wieder zu kommen und nicht aus der Welt geschafft zu sein, nur weil man mal darüber geschrieben hat.

Wunderbar wäre es dennoch, wenn schreiben eine Gehirn-Radier-Funktion hätte. Da wär’ ich zwar schön blöd, aber sicher etwas glücklicher. (Sabber)

Denn abgesehen davon, dass man sich damit ganz hervorragend von Dingen abhalten kann die man eigentlich tun müsste, in meinem Fall eine Hausarbeit, hätten wir dann zwar alle Erinnerungen irgendwo herumfliegen, aber müssten sich ihnen eben nur dann stellen, wenn wir Lust darauf hätten.
Heidewitzka. Ich und die Kommata.

Gerne würde ich auch dem Mysterium auf den Grund gehen, warum Kreativität und Selbsterkenntnis immer dann am produktivsten ist, wenn man sich eigentlich anderen Dingen widmen sollte.

Zumindest habe ich seit heute ein Bücherregal und einen Vogel. Und ein Telefon, aber das habe ich nicht fotografiert.

Die Hausarbeit ist allerdings erst eine Seite lang, inklusive Auflistung.

Ich Lustwandele derweil weiter durch meine Wohnung und male mir Möbel.  Oder schreibe Dinge die nichts mit der WHO-Definition von Gesundheit zu tun haben.

Das kann ich ja scheinbar ganz gut.

*blinzel*

Dezember 28, 2007

Blitz, Donner, Täterä.

So in etwa lautet meine persönliche Kurz-Zussammenfassung des Jahres 2007. Während ich, sinnlose Geräusche produzierend (Blubber, Zisch) in meinem Schreibtischstühlchen sitze und dem Schall dabei zusehe wie er von meinen schrägen Wänden eher suboptimal zurückgeworfen wird, stelle ich mit Überraschung fest:

Ist ja schon wieder vorbei! das Jahr!
(Auch das wird wieder zurückgeworfen, aber das mit dem Echo funktioniert nicht so gut hier in meinen 20 qm,  ich kann es aber beliebig oft wiederholen, was in etwa den gleichen Effekt hat. Obwohl ich mir vorgenommen habe, das Wort „Suboptimal“ nicht mehr zu verwenden)

Und wieder hat sich meine Persönlichkeit ein Stückchen weiter entwickelt, ohne dass ich auch nur ein bisschen etwas davon gemerkt habe.
So trickse ich mich schon seit Jahren selbst aus, ich Fuchs. 

Ganz subtil finden Veränderungen in den Prioritäten statt, werden Entscheidungen plötzlich anders getroffen als noch ein paar Jahre zuvor. Und ich sitze dann da, möglicherweise wieder auf meinem Schreibtischstühlchen und denke mir „woah, krass Alter! wo kam die Denkweise denn jetzt her?“
Oder so ähnlich.
Ob diese Entwicklungen nun besser sind, stelle ich doch ab und an in Frage. Zum Ende des Jahres dann, passiert die Selbsterkenntnis Revue, tänzelt ein paar mal im Kreis auf deiner Nase herum und lässt dich dann mit dem Wissen, dass man ganz schön verkorkst ist, alleine. 

Nicht, dass ich das nicht schon vorher wusste (Blubber, Zisch)

So ist der Wunsch nach „Alles Anders, Alles Besser“ am Ende des Jahres präsenter als sonst. Als lebte man sein Leben in 365Tage Zyklen, zwischen denen man handlungsunfähig ist und nur Informationen und Erfahrungen sammelt, die man schließlich am 1.1 des nächsten Jahres, endlich verwerten und einsetzen kann. Und wenn’s nicht klappt? dann eben nächstes Jahr, wenn man noch ein paar mehr Pakete mit portionierter Selbsterkenntnis mit sich herumschleppt.

Aber ich mag die Päckchen, sie geben mir ein Gefühl der Überlegenheit über mich selbst. Nicht zu verwechseln mit gelegentlichen Allmachts-Anfällen. Denn solange wir wenigstens wissen was wir ändern wollen, sind wir schon weiter als viele Andere. Auch wenn es letztendlich nicht klappt. Das Ziel ist immer der Motor.

Mit diesen Worten schließe ich meinen diesjährigen Jahresrückblick der keiner ist und präsentiere noch ein 15 Jahre altes grafisches Kleinod aus meinen Archiven.

Ich trug damals eine Zahnspange.

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Notiz an mich selbst

August 15, 2007

Überlasse keinem Freund die Gitarre des Mitbewohners, wenn dessen Repertoire aus „im Frühtau zu Berge“ und „hoch auf dem gelben Wagen“ besteht.

Ach ja, „house of new orleans“ war auch noch dabei.

Eigentlich find ichs ja nur doof, weil ich die Texte nicht konnte.

solen skiner!

Juli 17, 2007

 

Tjena!

Weil ich mich gerade zwar so fühle als sei ich angefüllt mit überschüssiger kreativer Energie aber nix bei rum kommt, dachte ich mir so vor einer Woche ich müsse dringend noch eine Sprache lernen um mich beschäftigt zu halten. Aus bequemlichkeitsgründen sollte es allerdings eine sein, die eine der mir bereits bekannten Sprachen möglichst nahe kommt, damit ich nicht so viel nachdenken muss. Der erste Gedanke war also Holländisch, welches ich bereits vor einem Jahr mal versuchte zu lernen, bzw. ein Buch in der Hand hatte und mich einen Tag damit beschäftigte. Schließlich erinnerte ich mich aber daran, dass ich Holländisch eigentlich total doof finde, wonach sich diese Idee zum Suizid an den Säuresee der schlechten Ideen begab. Kaum hatte diese Idee sich erfolgreich umgebracht, dachte ich daran, dass ich bevor ich nach Bielefeld kam, mit dem Gedanken spielte nach Schweden zu ziehen und falls ich noch mal auf diesen Trichter kommen sollte, lerne ich doch einfach mal Schwedisch, zur Sicherheit. Ja, und das tue ich jetzt. Leider muss ich allen meinen Freunden immer ganz tolle Sachen auf schwedisch erzählen wenn ich sie sehe, habe aber zum Glück nur überaus interessierte Mitmenschen die sich das geduldig anhören wenn ich von bestimmten und unbestimmten Artikeln fasele und jeden auf schwedisch frage wie er heißt und das meine Mama und mein Papa in Göteborg wohnen und am liebsten im Wald spazieren gehen, auch wenn das gelogen ist.

Dafür wollte ich mich an dieser Stelle bei all meinen Freunden bedanken und mich schon mal im Voraus entschuldigen…denn das wird nicht aufhören ;)

Hejdå!

We won!

Juli 1, 2007

Mmmmh. Tee! Nachdem ich erfolgreich das Schlafdefizit eines/einer sehr amüsanten Freitag-Abends/Nacht ausgeglichen habe, was bedeutet dass ich von Freitag auf Samstag lediglich 2, von Samstag auf Sonntag aber fast 11 Stunden geschlafen habe, sitze ich wieder in gewohnter Pose an meinem Schreibtisch und führe einen Litereimer Earl Grey an meine Lippen. Earl Grey hätte ich vermutlich nie probiert, wenn nicht Captain Jean-Luc Picard ihn immer getrunken hätte. Das waren in seinem Fall zwar nur replizierte Stoffwechselreste, in meinem aber handelt es sich um handgepflückten mit Bergamotte-Aroma versetzten Schwarztee, der mir schon so manchen Morgen gerettet hat. Vor c.a. 12 Jahren also, sagte mir mein damaliger Gastrologe, dass ich doch lieber keinen Kaffee mehr trinken sollte, damit mein aufkeimendes Magenproblem sich nicht manifestiert. Zu dem Zeitpunkt nämlich war ich schon seit drei Jahren handfest Kaffeesüchtig und stand kurz vor der Überlegung, ob ich morgens vielleicht auf die Tasse verzichten könnte und lieber gleich auf eine intravenöse Zufuhr des schwarzen Goldes umsteigen solle. Der erste Schritt war dann, dass ich meinen Kaffee fortan mit Milch versetzt zu mir nahm, weil ich davon ausging, dass das Milchfett meine Magenwände ausreichend auskleiden würde als dass der böse Herr Magensäure keine Chance mehr hätte. Im reifen Alter von 15 Jahren musste ich mir dann meine Unbelehrbarkeit eingestehen und mich den strafenden Blicken meines Arztes stellen – also: Teeeee.

Was liegt also einem von Nerd-Tätigkeiten geprägten Teenager näher als dann auf die Tee-Sorte zu kommen, die auch der favorisierte Enterprise-Captain regelmäßig zu sich nimmt. (Make it so!)

Ich bin also ein Nerd, überdies auch noch ein Geek und habe mich vor allem durch meine bestechende Uncoolness ausgezeichnet als ich ein Kind war. Ich hatte eine Brille die mehr als ein Drittel meines Gesichtes einnahm, schlimme Kleidung, Freunde die genau so aussahen wie ich und sich mit mir vor allem deswegen trafen, weil ich die geilste YPS-Gimmick-Sammlung von allen hatte. Als ich begann zu pubertieren da beneidete ich die ganzen hübschen Rabaukenkinder, von denen ich glaubte es stände Ihnen auf alle Zeit der Himmel offen. Erst viele Jahre später fiel mir auf, genau die, von denen ich dachte sie würden die Weltherrschaft durch ihre unbestechlich einnehmende Art als Kind übernehmen, arbeiteten jetzt in bester Trainingshose in der Videothek ihrer Eltern, haben mit 19 geheiratet, sparen sich die letzten Krümel Videotheken-Geld ein damit sie ihren Golf ins Verderben tunen können und haben längst aufgegeben. Von Coolness keine Spur mehr. Die „Anderen“ aber, also „Wir“, sind die wahren Herrscher der Stilprägung und Lebensführung. Oder wie ich es aus dem Vorwort von „Courtney Crumrin and the Night Things“ entnehmen kann:

„We’ve formed our own tribes, and as far as I can see, we, the geeks, won.

Leider weiß man das noch nicht, wenn man Pickel ausdünstend und überflüssige Hormone ausschüttend, Zeit damit verbringt sich möglichst adäquat anzupassen.

Inzwischen habe ich es aber kapiert, wir rocken und werden das auch weiterhin tun.