Unterhaltungsprogramm
September 28, 2008
Ich weiß nicht genau wann ich das letzte Mal aus war.
Dafür versuchte ich allerdings gestern jede Möglichkeit des Angebotes zu nutzen und konnte mich letztendlich nicht lösen, geschweigedenn mit Überzeugung nach Hause gehen. Seinen Anfang nahm der Abend auf einer Party auf der ich genau drei Leute kannte, somit zog man sich recht schnell nach draußen zurück um über Bildungspolitik und ähnlich fröhliche Themen zu diskutieren. Die Leute auf der Party waren alle sehr nett, aber alle so erwachsen und schwanger und verheiratet und. Anders.
Als wir uns dann davon überzeugt fühlten, dass wir vielleicht gehen sollten, führten meine diplomierten breitlaberngstaktiken dazu, dass auch die Widerwilligen dazu bereit waren nochmal auf die Tinnitusparty im Forum zu gehen. Nicht dass ich da besonders gerne hinginge, aber in Bielefeld nimmt man eben was kommt.
„nur mal kurz und wir können ja auch wieder gehen wenns doof ist, ne?“
Da war ich dann also mal wieder seit langem und kannte auch erstmal niemanden mehr. So ein paar Monate Weggeh-Abstinenz macht einem die hohe Fluktuation klar und man weiß plötzlich, das man eben nicht die Einzige ist bei der das Leben nicht nur beim Weggehen stattfindet. Trotzdem habe ich dann nach und nach noch Freunde getroffen, welche die ich schon lange nicht mehr gesehen habe und welche die ich noch gar nicht kannte. Zwar hatte ich recht schnell den Eindruck ich sollte lieber ins Bett (ein wiederkehrendes Motiv an diesem Abend), aber meine wilde Entschlossenheit war ein kleines, französisches Bergwasser schlürfendes Schoßhündchen. Insgesamt brauchte ich also zwei Stunden vom ersten „ich geh dann mal nach Hause“ bis ich tatsächlich so weit war den Heimweg anzutreten. Als ich den dann mit den seltsam klappernden Schuhen gemeistert hatte, war ich auch innerhalb von fünf Minuten eingeschlafen…nur will man ja vorher gar nicht wissen dass man eigentlich Hundemüde ist. Und da zwei Bier inzwischen die gleiche Wirkung haben wie sieben Bier vor drei jahren, bin ich das nun immer noch.
Mit den Schuhen sollte ich mal zum Schuhmacher gehen, das „KlickediKlapp“ löst bei jedem Mal unangenehme Assoziationen von ebenso unangenehmen Frauen aus. Im Augenblick allerdings nicht, weil ich hier im feinsten Schlafanzug diesen Blogeintrag schreibe und meine Füße derweil in 10Jahre alten Birkenstocks stecken. Die Füße und den Rest des Körpers bewege ich nun gen Bett, in meinem Filmberg wird sich wohl geeignetes Sonntagsprogramm finden lassen.
Zu meinem Sonntagsglück fehlen mir eigentlich nur noch eine Badewanne und eine lebende Wärmflasche. Aber man kann ja nicht alles haben.
Einen schönen Gammeltag allerseits.
Tage wie dieser
August 10, 2008
Mein heutiges Frustrationspotential ist kaum zu überbieten. Ich lag bereits seit 8Uhr morgens wach und hörte meinen Ohrenstöpseln dabei zu, wie sie mir langsam aus dem Ohr fielen. Die Lichtwerkparty hat mir nicht so wirklich gut getan, wobei das weniger an den Menschen oder der Party an sich lag. Ich trinke ja seit längerem nicht mehr übermäßig, hatte also den ganzen Abend Zeit mir die Leute um mich herum anzugucken und mir Gedanken über Selbst-und Fremdwahrnehmung zu machen. Irgendwann um halb drei war es damit dann aber auch gut und ich wollte ins Bett.
Da werde ich vermutlich den ganzen weiteren Tag verbringen und Gute-Laune-Mantras beten.
Dies ist nicht mehr der Sommer aus einem schlechten deutschen Jugendfilm.