8:15 Montag Morgen.

Der Wechsel von surreal reizüberflutetem Wochenende zu studentischer Arbeitswoche vollzog sich ohne meinen Einfluss. Jetzt steh ich erstmal hier, vor dem gelben Montag und weiß nicht so recht, was ich um diese Uhrzeit überhaupt mit ihm anfangen soll.

Abgesehen davon schmeckt mein Kaffe nach Katzenstreu, oder zumindest so wie ich mir vorstelle dass Katzenstreu schmecken müsste. Aber Kieselerde ist sicherlich ungefähr das Gleiche wie Katzenstreu und davon bekommt man Glitzerhaare und Stahlfingernägel.

Fühle mich schon deutlich Attraktiver.

Außerdem dachte ich kürzlich, ich hätte Zwitscherkäfer auf meinem Schreibtisch. Leider war’s nur ausgelaufene Batteriesäure in meiner Maus, sonst ständ’ ich jetzt im Brockhaus als Pionier der Zwitscherkäferforschung.

Als alter Sozialklaus habe ich natürlich auch andere Hobbies als Zwitscherkäferforschung, zum Beispiel mache ich mir den ganzen Tag Gedanken darüber, wie man andere Menschen am besten begreift, weil mir das zuweilen ein Rätsel ist. Aber ich mag ja Rätsel.

Es gibt nämlich Personen, die haben es nicht so mit Kommunikation. Diese Grundfähigkeit scheint sich zumindest dann komplett auszuschalten, sobald es um Herzensdinge und andere schwer zu beschreibende Gefühlszustände geht. Da meldet man sich mal lieber erstmal nicht mehr, oder versucht zumindest den Anschein zu erwecken, dass eh alles grenzwertig großartig sei, um Komplikationen zu vermeiden. Und während diese Personen sich dann um Kopf und Kragen reden oder schweigen, weil sie das am besten können und man selbst bei dem Spiel mitmacht, weil man genau so unfähig ist, sich das aber nicht eingestehen kann …dann hat man ein Problem. Überhaupt scheint es im Zwischenmenschlichen ganz oft darum zu gehen der Dinge einfach zu verharren, Unklarheiten auszuhalten und sich in Geduld zu üben. Geduld wiederum ist aber nicht so meins. Von mir aus können die Dinge auch völlig scheiße laufen und alles völlig katastrophal zerbrochen sein, solange ich weiß woran ich bin, komme ich klar. Die ganze Zeit im Wollwaschschonprogramm zu rotieren macht doch bekloppt. Oder in meinem Fall: Bekloppter.

Ich gehe nun ins Bad um eine angeregte Unterhaltung mit den Silberfischen zu führen.

I am fucking Ibiza.

Juni 21, 2009

Was wollte ich sagen? ach ja, genau. Heute fehlt mir die Kraft mich theatralisch zu Boden zu werfen und mich lauthals über den Pöbel auszulassen. Somit nutze ich die Funktion des Sonntags an sich und mache zur Abwechslung mal gar nichts. Abgesehen von der künstlerischen Produktion, aber das zählt ja im Neoliberalismus nicht. Stattdessen zählt mein durch Schlaflosigkeit heute nicht so zauberhaftes Aussehen auf dem Weg zum Erfolg. Andererseits seh ich dann wenigstens nicht mehr aus wie 23 und Erfolg, den hab ich Sonntags auch noch nie gesehen.

Jetzt hab ich schon wieder den Faden verloren.
Was solls, ich geh den mal im Bettchen suchen.