Nachdem ich nun in einer Woche Klausur habe, kann ich mein Jura-Grundstudium als abgeschlossen betrachten, zumal wir jetzt ersteinmal keine Seminare mehr haben und ich mich somit auf die letzte Instanz vorbereiten kann.

In einer Halle mit Millionen Studenten zu sitzen und Fälle zu lösen stelle ich mir allerdings eher unangenehm vor, das hat was von Abiprüfung.

Nächstes Semester belege ich dann nur noch meine Bäume-Umarm-Seminare, dann wird alles wieder gut.

Und schon wieder ein Sonntag im Namen der Liebe, der Beziehungen und Nicht-Beziehungen in meinem Umkreis und in meinem Kopf.

Oft bin ich ganz bezaubert, wenn ich lese, höre oder sehe wie manche Paare miteinander umgehen. Da werden Nettigkeiten ausgetauscht, gestreichelt und Liebesbekenntnisse verteilt. Man erzählt sich, dass man ohne den Anderen nicht mehr leben kann, liegt romantisiert in irgendwelchen Parks herum und guckt den Anderen an, ist nicht mehr dazu im Stande auf einer Party wo anders hinzugucken als auf seinen Liebsten, hält 14DVD-Abende hintereinander für eine adäquate Beschäftigung und würde am allerliebsten in den Anderen hineinkriechen und sich einen Platz zum Schlafen suchen. Für Immer.

Dann gibt es aber auch diejenigen die panische Angst haben sich fallen zu lassen, möglicherweise zu einem Teil einer anderen Person zu werden und dabei ihre Identität in den Müllschlucker werfen zu müssen. Diejenigen die glauben, wenn man sich hingibt und sich der neurotrasmitterinduzierten Scheiße Namens „Liebe“  aussetzt, würde einem ein unwiederbringlicher Teil genommen. Oftmals eben auch die Menschen, die es erst gar nicht über die magische Grenze schaffen um überhaupt eine Chance zur Zweisamkeit zu bekommen, weil sie ganz wo anders sind oder sein wollen.

Vielleicht reicht es dann mal für eine Affaire, irgendwas auf das man sich eben nicht festlegen muss. Schließlich ist der Gedanke an ein Reihenhaus und den Volvo vor der Tür so abstoßend und Gefängnisgleich, dass man sich lieber gleich auf Nummer Sicher begibt.

Ja und nun schreibe ich schon wieder so lange an diesem Text, dass ich nicht genau auf den Schirm bekomme was ich eigentlich sagen wollte.

Also, Verliebte und potentiell Verliebte dieser Welt: Lasst euch fallen, vergesst die Kettensägenmassaker bei Ikea am Samstag Morgen denen ihr euch später aussetzen werdet, vergesst den Volvo, die Gewohnheit, die Langeweile, die Selbstaufgabe und den Verlust der eigenen Identität. Das muss nämlich alles nicht sein, weil wir immer noch selbst entscheiden können.

Und so lange wie es eben geht, bleibt verliebt.

Drogen sind ja sonst nicht kostenlos.

Versteh das einer.

Januar 20, 2009

Mir ist heute so kritisch Gedankenschwanger.

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Gestern habe ich mit einigen Menschen einstimmig beschlossen, dass einseitig verliebt sein nicht unbedingt erstrebenswert ist. Zwar liefen mir in den letzten Monaten ein paar andere romantisierte Vorstellungen von Mono-Liebe über den Weg, allerdings konnte ich mich nicht damit anfreunden mir vorzustellen mehrere Monate oder gar Jahre mit halb gebrochenem Herzen hinter einer Person her zu sein, die sich im besten Falle gerade mal dazu herab lässt mich zu grüßen wenn sie mich auf einer Party sieht.

Andererseits ist es in meinem Bekanntenkreis ein weit verbreitetes Phänomen sich über einen langen, langen Zeitraum auf eine Person einzulassen die entweder nicht einmal von der Existenz des Anderen weiß, oder aber so gar keine romantische Verbindung zum Betreffenden hat. So ergibt man sich also schmerzvoll melancholisch der Tatsache nicht zurück geliebt zu werden. Und ich befürchte das hat System. Im Rahmen dieser Nicht-Kommunikation kann man schließlich fröhlich vor sich her phantasieren, dass der Andere dich ja sowieso blöd findet und überhaupt viel zu hoheitlich ist und so weit über deinem Niveau, dass du im Grunde froh sein kannst mit gesenktem Kopf in deren Fußspuren zu schreiten.

Aber ist denn das nicht ganz furchtbar sich ständig beweisen zu müssen, dass man es nicht wert ist zurück geliebt zu werden?

Man umtanzt denjenigen mit schlechtem Gefühl auf Parties, natürlich nicht ohne sich dabei schrecklich aufdringlich und albern zu fühlen, beobachtet die Person stundenlang mit ausreichendem Sicherheitsabstand, ist vielleicht sogar mit ihr befreundet und spielt den Kumpel und trifft dabei ständig Vorannahmen die sich mit dem Universum des Anderen nicht einmal überschneiden. Und dann tauscht man unterschwellig ständig irgendwelche falsch interpretierten Signale und Nicht-Signale aus, aus denen sich dann eine Parallelwelt aufbaut in der man alleine wohnt. Manchmal wundere ich mich, wie Menschen überhaupt zusammenfinden können, bei dem ganzen Interpretieren und Raten und Implizieren.

Während ich also in solchen Phasen die Flucht antrete und einfach geräuschvoll wegrenne und mich anders orientiere, harren andere aus. Und warten.

Natürlich frage ich mich manchmal ob das nicht vielleicht doch das Richtige ist. Einfach mal Geduld haben und warten ob sich vielleicht etwas entwickelt, anstatt bei der leisesten Ahnung von Ablehnung zu verschwinden und so zu tun als wäre nichts gewesen.

Vielleicht aber, kann man sich seiner Gefühle ohnehin nur dann sicher sein, wenn man sie nicht zurück bekommt. Weil sie dann rein sind, und blind und sich anfühlen wie Säure.

Schließlich fühlen sich die Dinge meist komplexer an, als sie sich denken lassen.

keeper

1. Zeichnen.

Hier, da Trallala.

Gerne würde ich nun ein verdammtnochmal großformatiges Bild malen. So eines auf dem man herumlaufen muss um in alle Ecken zu kommen. Allerdings habe ich hier nur allergieauslösenden Sesalteppich und keine Leinwand auf dem Boden.

Abgesehen von problematischer Kommunikation in Sachen Nahrungsmittelaufnahme mit meinem Mitbewohner, hatte ich keine Sozialkontakte. Könnte möglicherweise auch an meiner heutigen Neigung zu problematischer Kommunikation liegen. Es ist nämlich einer der Tage an denen ich mit gerunzelter Stirn vor anderen Menschen stehe und sie anstarre weil ich nicht verstehe was sie mir sagen wollen.

Oder ich schweige sehr nachdenklich, aber das hört man nicht am Telefon.

Es gibt Tage, da verstehe ich nur Musik.

Heute wurde ich allen ernstes beim Zigarettenkaufen nach meinem Ausweis gefragt.  Abgesehen davon gab man mir beim Drogerieeinkauf eine Probe einer Antioxidantien-Tagespflege für eine geschützte, straffe Haut ab 30! Ich weiß dass man Kombucha und Roibusch essen kann, aber was die in der Creme machen weiß ich nicht. Und wenn ich herausfinde wer freie Radikale sind, dann verklag ich die.

Wenn ich mich schon mit Antioxidantien vor ihnen schützen muss, können die nichts gutes im Schilde haben.

Das Jahr

Januar 1, 2009

war wild aber gut.
Verdammt nochmal gut.